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Leitfaden für Grenzgänger

 

 

Jedes Jahr im November/Dezember (und auch bei jedem Arbeit-geberwechsel) ist der Grenzgänger verpflichtet, seinem Arbeitgeber entweder einen „Antrag auf Erteilung einer Bescheinigung für beschränkt einkommenspflichtige Arbeitnehmer“, oder einen „Antrag auf Behandlung als unbeschränkt einkommenssteuer-pflichtiger Arbeitnehmer“ einzureichen.

Diese Anträge, die dem sogenannten „Betriebsstättenfinanzamt“ weiterzuleiten sind, führen zur Erstellung eines Bescheids über die beschränkte (bzw. unbeschränkte) Steuerpflicht“ durch das Finanzamt, und werden dem Arbeitgeber zugesandt.

Sie signalisieren ihm, wie der monatlich vorzunehmende Lohnabzug für den jeweiligen Arbeitnehmer vorzunehmen ist, in welcher „Steuerklasse“ er zu führen ist, bzw. was er steuermindernd geltend machen kann.

Sie sind für den Grenzgänger also das, was die sogenannte „Lohnsteuerkarte“ für den ansässigen Kollegen ist.

Was konkret zu tun ist entnehmen Sie der nachstehend angeführten „Checkliste“:

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Checkliste: alle Jahre wieder im November/Dezember vor Beginn eines Steuerjahres (bzw. bei Arbeitgeberwechsel):

 
Antrag auf beschränkte oder unbeschränkte Steuerpflicht ausgefüllt?
 
Diesen Antrag weitergeleitet an das sogenannte "Betriebsstättenfinanzamt" (d.h. das für Ihren Betrieb zuständige Finanzamt) Eventuell Anschrift beim Arbeitgeber erfragen.
Dokument "Bescheinigung über Ihre Steuerpflicht" zurückbekommen? Falls nicht, Arbeitgeber um Kopie bitten.

 

Dabei ist die Klärung, ob man sich für den einen oder den anderen Antrag entscheidet, ob man „unbeschränkt“ oder „beschränkt“ steuerpflichtig ist, von allergrößter Wichtigkeit.

In der Regel ist der Grenzgänger „beschränkt“ steuerpflichtig. Dies ist in der Regel das schlechtere Steuerstatut. Unter gewissen Bedingungen kann der Einpendler allerdings die „unbe-schränkte Steuerpflicht“ beantragen und wird dann steuerlich behandelt wie ein Ansässiger.

Im ersten Fall kann der Steuerpflichtige persönliche Verhältnisse, die steuermindernde Auswirkungen haben, nicht geltend machen. Dies sind insbesondere Kinderfreibeträge, Sonderkosten (wie z. B. Zahlungen in private Versicherungen, Steuerberaterkosten, Spenden, …) oder auch außergewöhnliche Kosten, die zum Beispiel durch eine Krankheit verursacht werden, durch eine berufsbedingte Veränderung oder ähnliche besondere Belastungen.

Als „beschränkt Steuerpflichtiger“ unterliegt er ferner immer nur dem steuerlichen „Grundtarif“, selbst wenn er verheiratet ist. Bei unbeschränkter Steuerpflicht hätte er auf einen wesentlich besseren sogenannten „Familientarif“ Anspruch.

Maßgebend bei der Prüfung, ob ein „Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht“ gestellt werden kann oder nicht, ist die Höhe des noch in Belgien erzielten Einkommens.

Die Antragstellung wird dann möglich, wenn der Grenzgänger sein Einkommen ganz bzw. fast ausschließlich in Deutschland erwirtschaftet.

Konkret: jeder Grenzgänger, der 90 % seines zu versteuernden Einkommens in Deutschland erwirtschaftet, beziehungsweise dessen Einkünfte, die nicht in Deutschland zu versteuern sind, unter 8004 Euro/Jahr brutto (Stand 01.01.10) liegen, kann einen Antrag auf Behandlung als „unbeschränkt Steuerpflichtiger“ stellen.

Für verheiratete Grenzgänger ist - wie schon vermerkt - die Behandlung als „unbeschränkt Steuerpflichtiger“ besonders günstig, weil sie nur so von einem besonders günstigen Steuertarif, dem sogenannten „Familientarif“ profitieren zu können.

Das ist dann möglich, wenn die Partner standesamtlich verheiratet sind und ihr zusammengerechnetes Familieneinkommen hauptsächlich (mindestens zu 90 %) in Deutschland zu versteuern ist, bzw. die Einkünfte, die nicht der deutschen Steuer unterliegen (d.h. die Einkünfte aus Belgien, bzw. dem restlichen Ausland) unter der Höchstsumme von 16 008 Euro im Jahr brutto (Stand 01.01.10) bleiben.

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Stand: 01.03.2017

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