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Leitfaden für Grenzgänger

 

 

 

Die deutschen Einkünfte des Grenzgängers, der in Belgien wohnt und in Deutschland arbeitet, werden im Tätigkeitsland (also in Deutschland) versteuert. Als „Einkommen“ anzusehen sind im Wesentlichen die Bruttobeträge der folgenden Einkunftsarten:

Im Folgenden beschränken wir uns allerdings auf die Lohn- und Gehalts-einkünfte, darunter:

All diese Einkünfte sind also in Deutschland zu versteuern. Dies gilt übrigens auch für Altersrenten, insofern diese aus den gesetzlichen Kassen gezahlt wurden.

Neben der Versteuerung ihres Einkommens in Deutschland sind die Grenzgänger ferner verpflichtet, in Belgien die Gemeindesteuer ihrer Wohnsitzgemeinde zu zahlen. Sozusagen als Ausgleich gewährt ihnen die deutsche Steuerbehörde einen Steuernachlass von 8%, der normalerweise auf den monatlichen Lohnvorabzug anzurechnen ist.

Somit ergibt sich für den in Belgien wohnenden Grenzgänger eine unangenehme Konsequenz. Denn jedes Jahr wird er zwei Steuer­erklärungen auszufüllen haben: die Steuererklärung in Deutschland dient dazu, seine Steuerschuld in seinem Arbeitsland festzustellen; die Steuererklärung in Belgien wird benötigt, um die dortige Gemeindesteuer auf Basis der in Belgien zu entrichtenden Steuer festzustellen. Es muss also praktisch gesehen eine „fiktive Steuerschuld in Belgien“ berechnet werden (d.h. man tut so, als wären alle Einkommen des Grenzgängers in Belgien zu versteuern, obwohl sie das ja, wie vorher erwähnt, nicht sind). Diese fiktive Steuerschuld ergibt dann die Basis für die Berechnung der anfallenden Gemeindesteuer.

Hat der Grenzgänger darüber hinaus noch belgische Einkünfte, die ohnehin in Belgien versteuert werden müssen, dienen die Angaben über die steuerbefreiten Einkommen aus Deutschland zusätzlich dazu, den individuellen Steuersatz in Belgien festzusetzen. Man spricht vom sogenannten „Progressionsvorbehalt“: Zwar werden die in Deutschland schon versteuerten Einkommen in Belgien steuerbefreit, sie werden aber dennoch herangezogen, um den Steuersatz (oder die Steuerprogression) festzustellen, der dann auf die belgischen Einkünfte anzuwenden ist. Liegen also noch belgische Einkünfte vor, haben die deutschen Einkünfte dennoch noch einen Einfluss.

 

Machen wir dies an einem Beispiel deutlich:

Herr M. bezieht in Deutschland ein jährliches Gehalt von 25 000 Euro. Parallel dazu hat er in Belgien, wo er wohnt, noch steuer-pflichtige Einkünfte von 10 000 Euro/Jahr. Sein Einkommen von 25 000 Euro wird in Deutschland versteuert, in Belgien steuerlich freigestellt. Sein belgisches Einkommen von 10 000 Euro wird in Belgien zu versteuern sein, jedoch zu einem Steuersatz, der einem Einkommen von 35 000 Euro (d.h. 10 000 + 25.000) entspräche.

Man sieht: Die Einkünfte deutscher Herkunft, die aufgrund des deutsch-belgischen Doppelbesteuerungsabkommens in Belgien nicht mehr zu versteuern sind, werden aber dennoch herangezogen, um den Steuersatz festzusetzen, der auf die belgischen Einkünfte anzuwenden ist. Dieser Mechanismus des sogenannten Progressionsvorbehaltes besteht in beiden Richtungen. Eventuelle belgische Einkünfte erhöhen den individuellen Steuersatz in Deutschland, und die deutschen Einkünfte haben - wie in dem Bei-spiel dargelegt - den gleichen Effekt in Belgien, wenn neben den deutschen auch noch belgische Einkünfte vorliegen.

In jedem Fall hat jeder Grenzgänger Interesse daran, sich Kenntnisse über das Steuersystem beider Länder anzueignen, insbesondere zu wissen, was hüben und was drüben abzugsfähig ist und was nicht.

Beispiel:

Besitzt der in Belgien wohnende Grenzgänger in seiner Wohngemeinde ein eigenes Häuschen, das er dank eines Immobiliendarlehens erworben hat, kann er – vorausgesetzt in Belgien fallen noch steuerpflichtige Einkünfte an – die Jahreszinsen, sowie die jährlich anfallenden Kapitaltilgungen steuermindernd absetzen. Hat er lediglich Einkünfte in Deutschland, die auch dort zu versteuern sind, kann er dort diese Zins- und Kapitalrückzahlungen nicht in Abzug bringen. Sie spielen lediglich noch eine (geringfügige) Rolle bei der Berechnung der „fiktiven“ Steuer, die als Basis für die Feststellung der Gemeindesteuer in Belgien herangezogen wird.

Hingegen wird in Deutschland der Unterhalt, die Modernisierung oder die Reparatur dieser in Belgien gelegenen Immobilie steuerlich gefördert, wenn gewisse Bedingungen vorliegen.

Beispiele wie diese gibt es viele. Wer die Steuersysteme nicht wenigstens ansatzweise kennt, muss zahlen!

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Stand: 01.03.2017

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Es gibt auch Einkünfte, die, obwohl in Deutschland erzielt, in Belgien zu versteuern sind. Dies ist der Fall für:

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