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Leitfaden für Grenzgänger

 

8.1.

Welches Land zahlt das Kindergeld:

Belgien oder Deutschland?

Während in Deutschland der Anspruch auf Kindergeld - wie übrigens in den meisten europäischen Ländern - von der Lage des Wohnsitzes ist diesem Land abhängt, ist Belgien eines des wenigen Länder der EU, wo das Recht auf Kindergeld in der Regel mit dem Tatbestand einer Beschäftigung entsteht.

Für diese allgemeine Regel gibt es in beiden Ländern aber auch Erweiterungen bzw. Ergänzungen. So wird das Recht auf deutsches Kindergeld für den nicht in Deutschland wohnenden Grenzgänger (gemäß Bundeskindergeldgesetz) auch dadurch begründet, dass er in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis steht, wozu seit dem 01.05.2010 auch die Beschäftigung in einem sogenannten Minijob (--> siehe auch hier) gehört.

Aber auch in Belgien gibt es Erweiterungen der Anspruchsberechtigten auf Nichterwerbstätige (wie z. B. Rentner) oder auf bestimmte Sonder-gruppen (Studenten, Sozialhilfeempfänger, usw...).

Die Frage, welcher Staat das Kindergeld zahlt, wird also im Wesentlichen zur Frage, in welchem Staat aufgrund dessen interner Regelung ein Kindergeldanspruch besteht. Von besonderer Praxisrelevanz sind insbesondere folgende Situationen:

Für den in Belgien wohnenden Arbeitnehmer, der als einziger Ehepartner arbeitet, und zwar im Nachbarland, ist die Frage einfach zu beantworten: der Beschäftigungsstaat zahlt das Kindergeld (nach dessen interner Regelung). Arbeiten beide Elternteile in ein und demselben Land, gilt gleichermaßen: der Beschäftigungsstaat ist zuständig.

Etwas komplexer wird die Situation, wenn beide Partner arbeiten aber in verschiedenen Staaten beschäftigt sind. Es können dann Ansprüche auf Familienleistungen in beiden Mitgliedstaaten entstehen. Prinzipiell gilt in einem solchen Fall: der Wohnsitzstaat (dort also, wo die Kinder erzogen werden) ist vorrangig für die Zahlung der Leistung.

Ist diese Leistung allerdings geringer als im Beschäftigungsstaat, kann in diesem Staat ebenfalls noch der Differenzbetrag eingefordert werden. Der Leistungsanspruch kann also in seiner gesamten Höhe realisiert werden.

Beispiel 1:

Beide Partner arbeiten in Deutschland. Die Familie wohnt in Belgien. Es entsteht in diesem Falle kein Recht in Belgien (außer Geburtsbeihilfe siehe weiter unten).

Deutschland zahlt das Kindergeld. Es besteht also auch kein Recht auf eventuelle Ausgleichzahlungen (z. B. wenn die Kinder schon älter sind, und durch die sogenannten „Alterszuschläge“ das belgische Kindergeld höher läge als das deutsche).

 

Beispiel 2:

Die Familie wohnt in Belgien. Ein Partner arbeitet dort, der andere in Deutschland.In diesem Fall ist der Anspruch im Wohnland Belgien vorrangig. Sind die Kindergeldleistungen in Deutschland höher, kann dort eine Ausgleichszahlung beansprucht werden.

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Stand: 01.03.2017

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Geburtsbeihilfe in Belgien: auch Anrecht durch Wohnsitz in Belgien!

Belgien bezahlt für den Geburtsmonat kein Kindergeld, dafür jedoch eine einmalige Geburtsbeihilfe. Diese beträgt für das erste Kind 1152,57 Euro, sonst 867,17 Euro (Stand Mai 2010). Im Geburtsmonat gilt also: Geburtsprämie in Belgien und volles Kindergeld aus Deutschland beantragen. Ab dem zweiten Monat gilt dann: belgisches Kindergeld und ggf. Ausgleichszahlungen aus Deutschland.

Arbeiten also beide Elternteile in Deutschland kann diese Beihilfe dennoch in Belgien beantragt werden.

Im Geburtsmonat gilt demnach: Geburtsprämie in Belgien und volles Kindergeld aus Deutschland beantragen! Ab dem zweiten Monat gilt dann die Regelung wonach deutsches Kindergeld gezahlt wird.

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